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Foto: Ernesto Eslava /Pixabay

Der 8. Oktober ist Frauenringstag

Im Jahr 1949 wurde am 8./9. Oktober der Deutsche Frauenring e.V. in Bad Pyrmont gegründet. Alljährlich will der DFR an diesem Tag an Wegbereiterinnen der Gleichstellung erinnern, denn das Erreichte ist nicht selbstverständlich.

Am Frauenringstag werden Frauen geehrt, die sich für die Gleichstellung einsetzen.

Aus praktischen Gründen strebt der DFR an, diese Frau/en am Jahresbeginn zu ernennen und ganzjährig als geehrte Frauen in den Fokus des Themas ihrer gesellschaftspolitischen Aktivität zu stellen. Der Frauenringstag wird als DFR-Feiertag abgehalten. Bundesweit werden öffentliche Veranstaltungen zu dem Anliegen der geehrten Frauen bzw. mit ihnen abgehalten, um dem Thema eine breite Öffentlichkeit zu verschaffen. Der DFR verfolgt damit seine in der Satzung festgehaltenen Ziele, die Gleichstellung von Männern und Frauen laut GG Art. 3 , Abs. 2 und 3 sowie gemäß UN CEDAW in allen Bereichen des Lebens de facto durchzusetzen.

Die Frauenrings-Frauen des Jahres

2019  und 2020 – Kristina Hänel

Der DFR ehrt Frauenärztin Kristina Hänel für ihr Engagement für das Recht auf Gesundheit und Selbstbestimmung der Frau. Kristina Hänel wurde bekannt durch ihre Verurteilung 2017 zu einer Geldstrafe, weil sie auf ihrer Website darüber informierte, dass sie Schwangerschaftsabbrüche vornimmt. Frau Hänel hat mit ihrem Fall eine breite Öffentlichkeit erreicht und die Debatte um den umstrittenen Paragraphen 219a StGB belebt. Der Deutsche Frauenring e.V. unterstützt Frau Hänel in ihrem Engagement und fordert die Abschaffung des § 219a, da dieser eine öffentliche Information durch Ärzt*innen zum Schwangerschaftsabbruch für Frauen behindert.

2018 – Prof. Dr. Silke Ruth Laskowski und Christa Weigl-Schneider

Der DFR ehrt beide Frauen für ihr entschiedenes, durch viel Expertise und Ausdauer geprägtes Engagement. Über den Klageweg haben sie die grund- und menschenrechtlich längst überfällige paritätische Vertretung von Frauen in deutschen Parlamenten in die Hand genommen. Die Popularklage zur geschlechterparitätischen Ausgestaltung des Wahlvorschlagrechts in Bayern reichten Prof. Laskowski und RA Weigl-Schneider 2016 ein. Am 26. März 2018 wies der Bayerische Verfassungsgerichtshof diese Klage ab. Gegen diese Entscheidung wurde am 3. Mai Beschwerde zum Bundesverfassungsgericht eingelegt. Auch wenn der Klageweg langwierig ist, wurde schon jetzt eine breite gesellschaftliche Debatte angeregt.
Ortsringe, die zum Thema eine Veranstaltung planen, finden Informationen auf der Website aktionsbuendnis-parite.de

2017 – Brigitte Paetow

Die Dipl.-Chemikerin aus Mecklenburg-Vorpommern (geb. 1939) engagiert sich seit vielen Jahren in der Seniorinnen-Politik, gegen Altersarmut und für die gesellschaftliche Teilhabe alter und behinderter Menschen.
Faltblatt über Brigitte Paetow · PDF

2016 – Prof. Margarete von Wrangell

Die Agrikulturchemikerin (geb. 1877 in Moskau) war die erste ordentliche Professorin (1923) an einer deutschen Hochschule. Ihre Grundlagenforschung ermöglichte die Entwicklung moderner Düngemethoden.

2015 – Anita Augspurg und Lida Gustava Heymann

Anita Augsburg (geb. 1857) war die erste  promovierte deutsche Juristin und gemeinsam mit ihrer Lebens- und Arbeitsgefährtin, der Frauenrechtlerin und Publizistin Lida Gustava Heinemann (geb. 1868) Gründerin des radikal-feministischen „Verband fortschrittlicher Frauenvereine“. Augspurg und Heymann initiierten 1915 den 1. internationalen Frauenfriedenskongress in Den Haag.
Porträt Augspurg/Heymann · PDF

2014 – Elisabeth Schwarzhaupt

Die 1901 geborene Juristin war die erste deutsche Bundesministerin für Gesundheitswesen (1961-1966), die erste Frau, der das Großkreuz des Bundesverdienstkreuzes verliehen wurde (1965) und die erste Vorsitzende des Deutschen Frauenrats (1970-1972)
Porträt Elisabeth Schwarzhaupt · PDF

2013 – Die Mütter des Grundgesetzes: Friederike Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel

Ihnen ist zu verdanken, dass die einfache, aber klare Formulierung „Frauen und Männer sind gleichberechtigt“ (Art. 3 Abs. 2 GG) ins Grundgesetz aufgenommen wurde.
Informationsschrift · PDF

2012 – Marie Stritt

Die ausgebildete Schauspielerin (geb. 1855) gilt als Wegbereiterin der deutschen Frauenbewegung. Als Präsidentin der Bundes Deutscher Frauenvereine trat sie u.a. kompromisslos für die Abschaffung des §218 ein.
Porträt Marie Stritt · PDF