Frauen sind keine Ware. (Bild: Orna-Wachman/Pixabay)

Sexistische Werbung

Sexismus wird allgemein verstanden als die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts,

wozu auch kulturell bedingte Geschlechterrollen und Stereotype von Weiblichkeit und Männlichkeit zählen. Wenn sexistische Werbung kritisiert wird, bezieht sich das darauf, dass z.B. geschlechterbezogene Vorurteile und Verhaltensweisen dargestellt werden, die eine Personengruppe gegenüber einer anderen sozial abwertet. Es gibt noch weitere Kriterien, die in einem Handlungsleitfaden zur Umsetzung von Maßnahmen gegen sexistische und frauenfeindliche Werbung zusammengefasst wurden. Der Handlungsleitfaden wurde entwickelt von der Arbeitsgruppe „Gegen sexistische, diskriminierende und frauenfeindliche Werbung“, in der auch der Deutsche Frauenring vertreten ist. Die Abwertung von Frauen in der Werbung stellt aus menschenrechtlicher Sicht eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts dar.

Werbung erregt in der Gesellschaft Aufmerksamkeit und regt die Konsumbedürfnisse der Bevölkerung an

Als Nebeneffekt vermitteln Werbebilder auch Lebensanschauung, Werte, Ideale, Verhaltensmuster sowie Orientierungen und das kann durchaus prägende Wirkung auf die Betrachtenden haben. Nach wie vor ist sexistische Werbung Realität, auch wenn bei vielen der großen Unternehmen bereits das Problembewusstsein vorhanden ist. Sprunghaft angestiegen ist seit kurzem die Kritik aus der Bevölkerung an Inhalten von Internetwerbung. Der Deutsche Werberat hatte im ersten Halbjahr 2017 über 241 kritisierte Werbemaßnahmen zu entscheiden, in 66 Fällen schloss sich das Gremium der Bürgerkritik an und beanstandete die Inhalte gegenüber den werbenden Unternehmen. Nur in 5 Fällen wurde öffentlich gerügt, da die Unternehmen sich uneinsichtig zeigten. Jedoch bringt Schelte aus der eigenen Branche auch PR, also nicht wirklich ein Grund für die Gerügten, in Zukunft umzudenken.

Die folgenden Forderungen der CEDAW-Allianz trägt auch der Deutsche Frauenring mit:

  • Ein ausdrückliches gesetzliches Verbot (rassistisch-) geschlechterdiskriminierender Werbung und eine gesetzliche Definition des Begriffs „sexistische Werbung“ in diesem Verbot oder an anderer geeigneter Stelle
  • Eine verpflichtende Vorprüfung von Werbemaßnahmen durch den Deutschen Werberat oder eine andere Prüfstelle
  • Eine Vertretung von Expert*innen im Deutschen Werberat, die außerhalb der Werbewirtschaft stehen – wie in anderen europäischen Ländern auch
  • Ausreichende Sanktions- und Durchsetzungskompetenzen für den Deutschen Werberat

Der Deutsche Frauenring engagiert sich für

  • die Verurteilung von Gewaltdarstellungen, von sexistischen Darstellungen und Verunglimpfung von Frauen in den Medien und fordert ein gesetzliches Verbot geschlechterdiskriminierender Werbung
  • die Vielfalt weiblicher und männlicher Rollenbilder
  • die Einrichtung einer wirksamen unabhängigen Kontrolle außerhalb des Werberats zur Unterbindung sexistischer Werbung und die Ausstattung der Prüfstelle mit ausreichenden Sanktions- und Durchsetzungskompetenzen.

Unser Faltblatt „Sexism Shouldn’t Sell“ (PDF) informiert über die Problematik „Sexistische Werbung“ und zeigt mögliche Protestoptionen auf. Das Faltblatt ist auch als Hard-Copy über unsere Bundesgeschäftsstelle zu beziehen. Zum Shop
Zum Download: Der Handlungsleitfaden (PDF) zur Umsetzung von Maßnahmen gegen sexistische und frauenfeindliche Werbung

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